Wie werden Tastenkappen bedruckt? Verfahren im Vergleich

Tastenkappen werden auf vier Arten beschriftet: per Tampondruck, per Laser, per Dye-Sublimation oder im Double-Shot-Spritzguss. Jedes Verfahren folgt eigenen Arbeitsschritten und unterscheidet sich darin, wie lange die Beschriftung hält und wie sie aussieht, auf ABS ebenso wie auf PBT. So finden Sie das Verfahren, das zu Ihrer Tastatur passt.

Wie funktionieren Tampondruck und Laserbeschriftung?

Beide Verfahren beschriften eine fertig geformte Kappe. Sie arbeiten allerdings grundverschieden: Beim Tampondruck liegt die Legende als Farbschicht auf der Oberfläche. Der Laser verändert dagegen den Kunststoff selbst.

Eine Illustration von Tastenkappen in einer Reihe mit Linien und Farbpunkten, die den Druckprozess darstellen.

Das Druckmotiv vorbereiten

Am Anfang steht ein Druckklischee, also eine Platte mit dem Motiv als Vertiefung. Diese Vertiefung wird mit Farbe gefüllt. Anschließend streift eine Rakel oder ein geschlossener Farbtopf die überschüssige Farbe von der Oberfläche des Klischees ab. Eine technische Untersuchung nennt für ein etwa 25 µm tiefes Klischee eine trockene Farbschicht von ungefähr 5–8 µm. Das ist ein Prozessbeispiel und keine Vorgabe für Tastenkappen.

Die Farbe selbst besteht aus Bindemittel, Pigmenten und Lösemittel beziehungsweise Verdünner, je nach Rezeptur ergänzt um Härter und Additive. Ob die Farbe haftet, hängt von zwei Dingen ab: von der passenden Farbe und von einer sauberen Kappe.

Die Farbe übertragen und aushärten

Ein elastischer Silikontampon nimmt das Motiv vom Klischee auf. Durch kontrollierte Verformung legt er es danach auf die Kappe, selbst auf gekrümmte Flächen. Mehrfarbige Tastenkappen zu beschriften erfordert in der Regel einen eigenen Druckvorgang pro Farbe. Die Farbschichten müssen dabei genau übereinander sitzen.

Nach der Übertragung lüftet die Farbe ab oder härtet aus. Bei Zweikomponentenfarben vernetzt sie zusätzlich chemisch. Stimmen Viskosität oder Trocknung nicht, laufen Konturen zu oder der Transfer bleibt unvollständig.

Zeichen mit dem Laser erzeugen

Der Laser erzeugt die Beschriftung auf drei Wegen: durch Farbumschlag, durch eine Veränderung der Oberfläche oder durch Abtrag einer Schicht. Wie kontrastreich das Ergebnis ausfällt, hängt vom Polymer, von den Pigmenten und von Laseradditiven ab. Laseradditive sind Zusätze, die die Laserenergie gezielt aufnehmen.

TRUMPF nennt für Kunststoffmarkierungen Wellenlängen von 1.064 nm und 1.030 nm im nahen Infrarot. Hinzu kommen 532 nm für grünes Licht und 355 nm für UV-Licht. Bei bestimmten Kunststoffen liefern grünes oder UV-Licht bessere Markierungen.

In der Praxis entscheidet die Energiedichte über die Qualität. Ist sie zu gering, bleiben die Zeichen blass. Ist sie zu hoch, schmilzt der Kunststoff auf, schäumt auf oder verkohlt. Ergänzend dazu wirken sich der Fokus und angestaute Wärme auf das Ergebnis aus.

Wie funktionieren Dye-Sublimation und Double-Shot?

Diese beiden Verfahren bringen keine Farbe auf die Kappe auf. Bei der Dye-Sublimation dringt Farbstoff in den Kunststoff ein. Beim Double-Shot besteht die Beschriftung selbst aus Kunststoff. Das gilt für PBT und, im Fall von Double-Shot, auch für ABS.

Eine Tastenkappe im Diffusions-/Druckkunst-Stil mit einer schwarzen Grundfläche, mintgrünen Akzenten und farblich

PBT-Kappen für Dye-Sublimation vorbereiten

Ausgangspunkt ist ein PBT-Rohling, dessen Oberfläche vorab kontrolliert wird. Die Grafik wird spiegelverkehrt auf ein Transfermedium gedruckt und dann auf der Kappe ausgerichtet. Beim klassischen Dye-Sub gelingt dunkler Farbstoff auf hellem PBT leichter als heller Farbstoff auf dunklem PBT. Für den zweiten Fall gibt es eine spezielle Variante, das Reverse-Dye-Sub.

Farbstoff übertragen und Ergebnis prüfen

Wärme und Druck treiben den Farbstoff vom Transfermedium in die oberflächennahe Zone des PBT. Auf der Keycap entsteht also keine Farbschicht. Sobald die Kappe abgekühlt ist, werden drei Punkte kontrolliert:

  • Transfermedium: Es wird abgenommen und auf eine vollständige Übertragung geprüft.
  • Farbwirkung: Ungleichmäßig gefärbte oder auslaufende Zeichen fallen hier auf.
  • Position: Versetzte Legenden werden an dieser Stelle erkannt.

Das Verfahren eignet sich für mehrfarbige Motive, Farbverläufe und vollflächige Grafiken auf PBT.

Legenden aus Kunststoff spritzgießen

Beim Double-Shot-Spritzguss werden zwei Kunststoffkomponenten nacheinander geformt. Eine davon bildet die Zeichen. Die Beschriftung wird also nicht nachträglich aufgedruckt.

Das Verfahren ist sowohl für ABS- als auch für PBT-Tastenkappen belegt. Klassische Zeichen erhalten dabei scharfe, gleichmäßige Konturen.

Umgekehrt muss jede Legende in der Werkzeuggeometrie angelegt sein. Für ständig wechselnde Einzelmotive ist Double-Shot deshalb wenig flexibel.

Welche Beschriftung hält am längsten?

Eine pauschale Rangliste gibt es nicht. Entscheidend ist, wo die Beschriftung sitzt: auf der Kappe, in ihrer Oberfläche oder als eigener Kunststoff. Dieser Ort bestimmt, was bedruckte Tastenkappen im Alltag verschleißen lässt.

Eine dunkle Tastenkappe mit einer beschädigten, türkisfarbenen Beschriftung auf der Oberseite.

Verschleiß der vier Verfahren vergleichen

Beim Tampondruck liegt die Legende als Farbschicht auf der Kappe. Ob sie lesbar bleibt, hängt vor allem von Haftung und Abriebfestigkeit ab. Eine Lasermarkierung hat keine Farbschicht, die sich ablösen könnte. Sie verschwindet aber, wenn die markierte Oberfläche abgetragen wird.

Gleiches Prinzip wie beim Laser gilt für Dye-Sub: Der eingebettete Farbstoff geht mit der oberflächennahen Kunststoffzone verloren. Bei Double-Shot besteht die Legende aus Kunststoff und verschwindet erst, wenn dieser abgetragen ist.

Verfahren Sitz der Legende Was die Legende schwinden lässt
Tampondruck Farbschicht auf der Kappe Mangelnde Haftung, Abrieb der Farbe
Laser Veränderte Kunststoffoberfläche Abtrag der markierten Oberfläche
Dye-Sublimation Farbstoff in oberflächennaher PBT-Zone Abtrag dieser Kunststoffzone
Double-Shot Zweite Kunststoffkomponente Abtrag des Legendenkunststoffs

Haftung und Abrieb prüfen

Eine allgemeine Norm, die jedem Verfahren eine feste Zahl von Anschlägen zuordnet, ist nicht bekannt. Für bestimmte Schalter werden mehr als 100 Millionen Betätigungen angegeben. Diese Zahl beschreibt den Mechanismus der mechanischen Tastatur, nicht die Haltbarkeit der Legende.

Belastbare Vergleiche brauchen deshalb festgelegte Prüfbedingungen, wie sie Normen beschreiben. ISO 2409:2020 prüft mit einem Gitterschnitt, ob sich eine Beschichtung ablöst. Die Haftfestigkeit misst das Verfahren dabei nicht direkt. ISO 15184:2020 beschreibt einen Bleistifthärtetest, ISO 7784-1:2023 einen Abriebtest mit rotierendem Prüfkörper. ISO 18947-1:2021 regelt allgemeine Reibtests für Drucke.

Chemische Beständigkeit und Lesbarkeit beurteilen

ISO 2836:2021 behandelt, wie Drucke und Druckfarben verschiedenen Agenzien standhalten. ISO 175:2010 beschreibt dagegen, wie flüssige Chemikalien auf Kunststoffproben wirken. Für Farbmessungen dienen ISO 13655:2017 und ISO/CIE 11664-4:2019 als Referenz. ISO/CIE 11664-6:2022 definiert die Farbdifferenz, ISO 2813:2014 die Messung von Glanz.

DIN EN ISO 9241-410:2012-12 behandelt unter anderem, wie gut lesbar und wie dauerhaft Tastenlegenden sind.

Wie beeinflussen ABS und PBT die Beschriftung?

Das Material legt fest, welche Verfahren sich anbieten und wie die Kappe altert. Die Haltbarkeit der Beschriftung bestimmt es aber nicht allein.

ABS und sichtbare Alterung

ABS erlaubt glatte Oberflächen und kräftige Farben. Mit der Zeit bildet sich darauf allerdings Glanz. Das zeigen Langzeitbeobachtungen von RTINGS an mehr als 250 getesteten Tastaturen:

  • ABS nach ungefähr zwei Jahren: Bei normaler Nutzung zeigt sich sichtbarer Glanz.
  • PBT über mehrere Jahre: Die Redaktion beobachtete keine vergleichbare sichtbare Veränderung.
  • Einordnung: Die Beobachtung garantiert keiner einzelnen Kappe eine bestimmte Lebensdauer.
  • Tampondruck auf ABS: Mit passenden Farben ist er möglich.

Beim Tampondruck auf ABS beeinflussen Reinigung und Zustand der Oberfläche, wie gut die Farbe haftet.

PBT und mögliche Beschriftungsverfahren

PBT kommt häufig mit matter, strukturierter Oberfläche. Es widersteht nutzungsbedingtem Glanz besser als herkömmliches ABS. Dauerhaft matt bleibt es trotzdem nicht zwangsläufig.

Auch ein Laser kann PBT beschriften. BASF dokumentiert guten Laserkontrast bei einem hellen PBT-Werkstoff. Außerdem beschreibt BASF eine schwarze, laserempfindliche PBT-Rezeptur.

Materialwahl und Kappengeometrie

Wie lange eine Legende hält, folgt nicht allein aus ABS oder PBT. Das Beschriftungsverfahren, die Oberflächenstruktur und die tatsächliche Belastung wirken mit.

PBT ist auch nicht grundsätzlich dicker als ABS. Die Wandstärke ist eine Konstruktionsvariable. Dokumentierte PBT-Beispiele liegen bei etwa 1,4–1,7 mm.

Der Unterschied liegt im Detail: PBT kann beim Abkühlen stärker schrumpfen als ABS. Passen Werkzeug und Material nicht zusammen, sitzen vor allem lange Kappen schlecht.

Welches Verfahren passt zur gewünschten Optik?

Die Ästhetik einer Tastatur hängt von der Schärfe der Konturen ab, von der Position der Legende und davon, ob Licht durchscheint. Jedes Beschriftungsverfahren setzt hier eigene Akzente.

Drei tastenkappen in schwarz, grün-blau und grau schräg angeordnet auf dunklem Hintergrund mit technischen Linien und

Konturen und Legendenposition

Wer auf feine Konturen und freie Flächen Wert legt, achtet auf drei Merkmale:

  • Schärfe: Dye-sublimierte Legenden können laut veröffentlichten Qualitätsrichtlinien weniger scharf ausfallen als Double-Shot-Legenden.
  • Farbtreue bei Reverse-Dye-Sub: Nahe der Kappenbasis können Farbabweichungen auftreten.
  • Seitliche Legenden: Die Oberseite bleibt frei und die Zeichen bekommen weniger direkten Fingerkontakt ab.

Die Position einer Legende legt das Verfahren nicht fest. Eine seitliche Beschriftung kann also mit verschiedenen Techniken entstehen.

Beleuchtete und nicht beleuchtete Zeichen

Transparent ausgeführte Double-Shot-Legenden können Licht durchlassen. Dye-Sub-Zeichen scheinen dagegen nicht automatisch durch, nur weil die Tastatur beleuchtet ist. Krome Keycaps bietet mehrsprachige PBT-Tastenkappen an: Die US-Beschriftung ist beleuchtet, die Zeichen weiterer Sprachen sind es nicht.

Die richtige Wahl, wenn Sie oft bei wenig Licht tippen: Krome Keycaps führt vollständig beleuchtete, mehrsprachige Tastenkappen aus ABS.

Individuelle Motive und passende Sets

Krome Keycaps bietet individuell gestaltete Einzeltastenkappen mit Motiven an. Ergänzend dazu führt Krome Keycaps ein zweifarbiges QWERTY-(US)-Set aus Double-Shot-PBT für ISO- und ANSI-Layouts.

Prüfen Sie Material, Profil, Layout, Kappengrößen und gewünschte Durchleuchtung jeweils einzeln. Ein Cherry-Profil bedeutet nicht automatisch, dass die Kappe auf eine MX-Schalteraufnahme passt.

Häufig gestellte Fragen

Ist Tampondruck auf Tastenkappen grundsätzlich weniger haltbar?

Nein. Aus dem Namen des Verfahrens allein lässt sich die Haltbarkeit nicht ableiten, denn ein Hersteller beschreibt seine Zweikomponenten-Tampondruckfarbe für ABS als besonders abriebfest. Die aufliegende Farbschicht kann durch Fingerreibung trotzdem verschleißen. Verschmutzte Kappen verschlechtern zudem die Haftung.

Hält eine Beschriftung auf PBT-Tastenkappen ewig?

Nein. PBT widersteht Glanz besser als ABS, kann aber ebenfalls verschleißen. Bei Dye-Sub blättert zwar keine Farbschicht ab, doch der Farbstoff verschwindet mit der abgetragenen Kunststoffzone. Ebenso zählen Wandstärke, Geometrie, Oberflächenstruktur, Verfahren und Belastung.

Sind Double-Shot-Tastenkappen immer aus ABS und PBT-Kappen immer dye-sublimiert?

Nein. Double-Shot ist sowohl mit ABS als auch mit PBT belegt. PBT lässt sich außerdem lasern, wie BASF bei einem hellen und einem schwarzen PBT-Werkstoff dokumentiert. Tampondruck funktioniert auf ABS, PBT und weiteren Kunststoffen, sofern Tinte und Oberfläche zusammenpassen.